Posts Tagged ‘ Humor ’

Jutta Profijt: Kühlfach 4

Inhalt:
Sascha Lerchenberg, genannt Pascha, ist ein einfacher Autodieb, wenn auch ein ziemlich guter. Sein letzter Auftrag, einen Mercedes SLR zu klauen, geht aber gehörig nach hinten los. Was schief gehen kann, geht schief und so findet er sich ziemlich bald in der Kölner Rechtsmedizin wieder. Ganz tot ist er jedoch nicht, seine Seele scheint noch zu leben und er kann Kontakt zu dem spießigen Rechtsmediziner Martin Gänsewein aufnehmen. Gemeinsam nehmen die beiden die Ermittlungen in Paschas Mord auf, denn was wie ein Unfall aussieht, ist keiner.

Meinung:
Wer kurzweilige Unterhaltung sucht, ist bei diesem Buch sehr gut bedient. Profijt schafft es unterhaltsam zu schreiben und dabei nie platt zu werden. Aus Paschas Perspektive erlebt der Leser rückblickend seinen letzten Tag und die folgenden Ermittlungen. Paschas herrlich schnoddrige Art und teilweise ungehobelte Sprache tun ihr übriges dazu, dass das Buch wie im Flug gelesen ist. Am besten sind die Auseinandersetzungen zwischen Pascha und Martin, sie zoffen und bekriegen sich und sind doch voneinander abhängig. Der einzige Makel ist, dass die Handlung teilweise etwas absehbar ist und fast jedes Fettnäpfchen und Unglück mitgenommen wird.

Fazit:
„Kühlfach 4“ ist ein Krimi der etwas anderen Art, der sich sehr gut liest und viel Spaß macht. Für zwischendurch und zum Abschalten ist Profijts Werk nur zu empfehlen. Ich bin froh, dass Teil 2 „Im Kühlfach nebenan“ schon in meinem Regal steht.

Jutta Profijt: Kühlfach 4. dtv. Taschenbuch: 9783423211291 (9,95€).

David Safier: Plötzlich Shakespeare

Ich hab mich durch das Buch durchgequält und habe mal wieder bestätigt bekommen, warum ich eigentlich keine typischen „lustigen“ Frauenromane lese.

Rosa ist eine leicht übergewichtige, gefrustete Grundschullehrerin, deren toll aussehender und sehr erfolgreicher Ex demnächst eine ebenso tolle Frau heiratet.  Sprich sie ist, wie sie auch immer wieder selbst sagt, das wandelnde Klischee schlecht hin, heult sich bei ihrem besten schwulen Freund aus und trinkt massig Ramazotti. Nach einer Zirkusvorstellung wird sie hypnotisiert und landet im Körper ihres früheren Ichs, das niemand anders als William Shakespeare ist und zurück darf sie erst wieder, wenn sie die „wahre Liebe“  gefunden hat. Na was für ein Zufall. Das da Shakespeare, der nach der Beschreibung Safiers zu dem Zeitpunkt ein noch ziemlich unerfolgreicher Schreiberling ist, zu viel trinkt und durch die Hurenhäuser zieht, ihr keine große Hilfe ist, versteht sich von selbst. Das elisabethanische England und deren Charaktere bleiben doch sehr platt und unrealistisch, da nützt auch die Warnung des Autors nichts, dass das Buch in historischer Sicht beeindruckend unfundiert ist.  Zusammenfassend ist „Plötzlich Shakespeare“ schlecht geschrieben, fantasielos und eine Beleidigung Shakespeares. Das war definitiv mein erstes und letztes Buch von David Safier und deshalb gibt es auch nur 1 Stern.