Andreas Séché: Zwitschernde Fische

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Auf dem Weg in seine Lieblingsbuchhandlung, um für Lesenachschub zu sorgen, landet der Grieche Yannis aus Versehen in einer ihm unbekannten Gasse. Da es auch hier einen Buchladen gibt, betritt er diesen kurzer Hand. Doch etwas ist anders, die Ladentür scheint sich von alleine zu öffnen, die Scheiben des Geschäftes sind beschlagen, es scheint als ob es sich nicht um einen gewöhnlichen Laden handelt. Die Wunderlichkeiten setzen sich innen fort, es ist kein Antiquariat, aber augenscheinlich gibt es nur alte Bücher und es scheint, als ob die Buchhändlerin Lio einer anderen Zeit entsprungen ist. Yannis fühlt sich als ob er mitten in eine Geschichte hineingezogen wird.

Meinung:

Eigentlich liebe ich Bücher über Bücher, eigentlich. Doch Séché hat es mir nicht immer leicht gemacht. Gerade zu Lio konnte ich keine Verbindung aufbauen, sie wirkt oft belehrend, besserwisserisch.

Eine gute Geschichte verlangt immer nach einer Fortsetzung, besonders wenn sie an einer spannenden Stelle unterbrochen wurde.

Yannis wirkt im Gegensatz zu Lio fast naiv, kindlich, erfahrungslos. Es macht ihn aber deutlich sympathischer. Er verliebt sich fast sofort in Lio und wird immer stärker in ihren Bann gezogen.

Nichtsdestotrotz hat Séché einen grandiosen Erzählstil und schafft es mit einfachen Sätzen den Leser zu begeistern und zu überraschen.

Ausgerechnet im Buchladen fing er Feuer.

Der Funke sprang trotzdem nicht über und gerade in der ersten Hälfte vermochte mich die Handlung nicht zu fesseln, ich war kurz davor abzubrechen. Als Lio dann aber plötzlich verschwindet, nahm die Geschichte deutlich an Fahrt auf und das Buch konnte nicht mehr aus der Hand gelegt werden. Die plötzliche auftretende Spannung und die Verbindung des gegenwärtigen Athens mit bedeutenden „Begebenheiten“ in der Literaturgeschichte, von denen ich nicht zu viel verraten möchte, haben schließlich auch mich versöhnt.

Fazit:

Andreas Séché ist ein sprachliches Meisterstück gelungen, welches jedoch von der belehrenden Art seiner Hauptperson Lio und einer für mich schwachen ersten Hälfte getrübt wird. 3 Sterne.

Andreas Séché: Zwitschernde Fische. Ars Vivendi. Gebunden: 978-3-86913-106-1 (16,90€)

  1. Hallo, danke für Deinen Besuch! Ich wünsche Dir bei Deinem SUB-Abbau Programm auch viel Erfolg! Unter 200 ist doch ein Ziel…*g*…

    • Und danke für deinen Gegenbesuch. 😉 Ja, dieses Jahr sollte es endlich mal klappen. Eigentlich kaufe ich ja gar nicht so viele Bücher. 😛

    • katnissdean
    • 15. Januar 2013

    Huhu! Hast Du Namiko von ihm schon gelesen? Das Buch war einfach fantastisch. Wesentlich tiefgründiger und faszinierender als dieses (wobei ich Zwitschernde Fische auch sehr mochte, bin wohl ein kleiner Fan ^^).

    • Schön, dass du hierher gefunden hast. 🙂 Neee, Namiko habe ich noch nicht gelesen, habe aber ein Platz in der Wanderbuchrunde ergattern können und werde ihm noch eine zweite Chance geben. Dann bin ich auf jeden Fall auf Namiko gespannt.^^

    • Verena
    • 17. Februar 2013

    Also die Story hört sich ja ganz interessant an, aber irgendwie klingt es für mich auch nach einem etwas schwierigerem Buch. Mal sehen, vielleicht lese ich mal rein, wenn ich es in die Finger kriege 🙂

    • Ja, versuche es ruhig mal selbst. Ich mag auch gerne schwierige Bücher, aber hier ist der Funke nicht übergesprungen, leider. Eigentlich liebe ich ja Bücher über Bücher, vielleicht waren meine Erwartungen deshalb auch zu hoch.

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