Andreas Séché: Zeit der Zikaden

SAMSUNGEs gibt sie diese Bücher, die einen mit sich reißen, in die Geschichte hineinziehen und nicht mehr loslassen. „Zeit der Zikaden“ ist eine dieser Perlen. Ein hoffnungsvolles Werk, das aus dem tristen Büchereinerlei heraussticht.

Inhalt:

Der Hirte Ibrahim sieht eines Tages einen Mann aus der Wüste Syrakeshs auf ihn zu kriechen. Von da an ändert sich sein Leben langsam aber stetig. Selim, ein Violinist, musste einiges in seinem Leben erdulden und beginnt seine Geschichte zu erzählen, von der Liebe zur Musik, die ihn durch sein Leben trägt und zu Miriam.

Meinung:

Séché schafft es wunderbare Bilder heraufzubeschwören, man riecht förmlich orientalische Gewürze, wenn man Miriam und Selim auf ihren Spaziergängen durch Silshana folgt. Der Leser wird mitgenommen in das wunderschöne Syrakehs, das doch seine Schattenseiten hat. Und so sind es nicht nur die schönen Seiten , die in „Zeit der Zikaden“ aufgezeigt werden. Im Laufe von Selims Leben und erzählter Geschichte entwickelt sich Syrakesh immer mehr zu einer Diktatur. Leute verschwinden, werden festgenommen oder wandern aus, Nachrichten zensiert, Hoffungslosigkeit liegt über Syrakesh. Obwohl oder gerade weil die Handlung in einem fiktiven Inselstaat stattfindet, schafft es Séché ,umso eindrucksvoller die Parallelen zu unserer Welt herzustellen und auf die Probleme dieser aus einer unerwarteten Perspektive aufmerksam zu machen.

„Was reglos erscheint, hebt vielleicht die Welt aus den Angeln“ (S. 62).

„Zeit der Zikaden“ gehört definitiv zu den wenigen Büchern, die ich noch einmal lesen werde, um seine gesamte Schönheit aufnehmen zu können. Selten habe ich ein Buch gelesen, welches die Anzeichen einer Diktatur so grandios mit dem Schicksal eines einzigen und der Magie der Musik verbindet.

Fazit:

Lesen!

Andreas Séché: Zeit der Zikaden. Ars Vivendi. Gebunden: 978-3-86913-191-7 (16,90€).

[Monatsfazit] Januar 2013 oder auch: Ich hätte gerne mehr Zeit.

Eigentlich hatte ich die Hoffnung, dass ich im neuen Jahr wieder etwas mehr zum Bloggen komme. Das war so aber leider ein Trugschluss. Die Uni und diverse andere Aktivitäten haben mich fest im Griff. Zum Lesen bin ich aber trotzdem im Januar gekommen und das ist ja das wichtigste. Der Rest kommt auch noch zu seinem Zeitpunkt. 🙂 Ansonsten habe ich seit einer halben Ewigkeit mal wieder eine Rezension geschrieben und hatte einen sehr fantasylastigen Monat.

Da ich immer noch kaum zum Rezensionen schreiben komme, werde ich ab jetzt immer ein, zwei Sätze zu den Büchern schreiben. Inspiriert hat mich hierbei Papiergeflüster. Ich möchte aber immer etwas mehr schreiben, da es momentan noch oft die einzige Meinung meinerseits zu einem Buch ist.

Gelesen:

1. Suzanne Collins: Die Tribute von Panem- Flammender Zorn 4/5

Endlich habe ich den dritten und letzten Teil der Tribute gelesen. Das Finale rund um Katniss, Peeta und Gale hat mir sehr gut gefallen, vielleicht ging es nicht so aus, wie ich es mir gewünscht hätte, aber es war stimmig.

2. Andreas Séché: Zwitschernde Fische 3/5

Konnte mich leider gar nicht begeistern, mehr dazu in der Rezension.

3. Anne Rice: Gespräch mit einem Vampir 4/5

Toller Vampirklassiker, die Rezension folgt noch.

4. Gemma Malley: The Declaration 3/5

In ferner Zukunft sind die Energiereserven knapp und die Menschen altern dank diverser Medikamente nicht. Surpluses wie Anna, Kinder, die eigentlich nicht geboren werden sollten, werden in staatlichen Erziehungsanstalten zu demütigen Haushaltshilfen ausgebildet. Bis eines Tages Peter, ein Junge von außen, auftaucht. Eine nette Geschichte mehr aber auch nicht. Die Fortsetzungen werde ich wohl nicht mehr lesen.

5. Eric-Emmanuel Schmitt: Das Kind von Noah 5/5

Einfach nur toll, bitte unbedingt lesen. Das war definitiv nicht das letzte Buch von Schmitt, das ich lesen werden, auch wenn ich mit religiösen Büchern eigentlich gar nichts anfangen kann.

Aussortiert:
1. Diana Gabaldon: A breath of snow and ashes -> Gebe ich gerne gegen Porto ab. 🙂

Gelesene Bücher: 5, davon vom SuB: 1

Neue Bücher: 0

Gelesene Seiten: 1329 Seiten

Insgesamt: 1329 von 20000 Seiten

SuB am Monatsbeginn/ Monatsende: 238/233 d.h. -5

SuB-Abbau Extrem:

Das Ziel war im Januar 3 Bücher vom SuB abzubauen und nur gut zu begründete neue Bücher zu haben. Mehr als 3 Bücher habe ich gelesen. Neu hinzugekommen ist nur ein Wanderbuch „Zwitschernde Fische“. Ich finde es insofern gut begründet als dass ich das Buch nur ganz kurz auf dem SuB hatte, da es ein Wanderbuch ist. 😉

Andreas Séché: Zwitschernde Fische

Inhalt:Image

Auf dem Weg in seine Lieblingsbuchhandlung, um für Lesenachschub zu sorgen, landet der Grieche Yannis aus Versehen in einer ihm unbekannten Gasse. Da es auch hier einen Buchladen gibt, betritt er diesen kurzer Hand. Doch etwas ist anders, die Ladentür scheint sich von alleine zu öffnen, die Scheiben des Geschäftes sind beschlagen, es scheint als ob es sich nicht um einen gewöhnlichen Laden handelt. Die Wunderlichkeiten setzen sich innen fort, es ist kein Antiquariat, aber augenscheinlich gibt es nur alte Bücher und es scheint, als ob die Buchhändlerin Lio einer anderen Zeit entsprungen ist. Yannis fühlt sich als ob er mitten in eine Geschichte hineingezogen wird.

Meinung:

Eigentlich liebe ich Bücher über Bücher, eigentlich. Doch Séché hat es mir nicht immer leicht gemacht. Gerade zu Lio konnte ich keine Verbindung aufbauen, sie wirkt oft belehrend, besserwisserisch.

Eine gute Geschichte verlangt immer nach einer Fortsetzung, besonders wenn sie an einer spannenden Stelle unterbrochen wurde.

Yannis wirkt im Gegensatz zu Lio fast naiv, kindlich, erfahrungslos. Es macht ihn aber deutlich sympathischer. Er verliebt sich fast sofort in Lio und wird immer stärker in ihren Bann gezogen.

Nichtsdestotrotz hat Séché einen grandiosen Erzählstil und schafft es mit einfachen Sätzen den Leser zu begeistern und zu überraschen.

Ausgerechnet im Buchladen fing er Feuer.

Der Funke sprang trotzdem nicht über und gerade in der ersten Hälfte vermochte mich die Handlung nicht zu fesseln, ich war kurz davor abzubrechen. Als Lio dann aber plötzlich verschwindet, nahm die Geschichte deutlich an Fahrt auf und das Buch konnte nicht mehr aus der Hand gelegt werden. Die plötzliche auftretende Spannung und die Verbindung des gegenwärtigen Athens mit bedeutenden „Begebenheiten“ in der Literaturgeschichte, von denen ich nicht zu viel verraten möchte, haben schließlich auch mich versöhnt.

Fazit:

Andreas Séché ist ein sprachliches Meisterstück gelungen, welches jedoch von der belehrenden Art seiner Hauptperson Lio und einer für mich schwachen ersten Hälfte getrübt wird. 3 Sterne.

Andreas Séché: Zwitschernde Fische. Ars Vivendi. Gebunden: 978-3-86913-106-1 (16,90€)

Lemony Snicket: Der schreckliche Anfang

Lemony Snicket #1: Der schreckliche AnfangInhalt:
Den drei Baudelaire-Kindern, Violet, Klaus und Sunny geht es richtig gut. Sie dürfen meistens machen, was sie wollen und haben liebevolle Eltern. So fahren sie zum Beispiel am liebsten bei schlechtem Wetter an den Strand, da sie dann diesen ganz für sich haben. Violet, mit 14 Jahren die Älteste, erfindet am liebsten komplizierte Dinge, wie eine Maschine, die ins Meer geworfene Steine zurückholt. Klaus ist 12 Jahre alt und hat sich schon durch die halbe Bibliothek seiner Eltern gelesen und die kleine zweijährige Sunny beißt am liebsten auf harte Sachen. Die drei sind zwar etwas eigentümliche, aber sympathische und glückliche Kinder. Bis eines Tages, das ist hier nicht zu viel verraten, die Eltern sterben und eine „Reihe betrüblicher Ereignisse“ beginnt. Sie kommen zum nächsten Verwandten, der in der gleichen Stadt wohnt. Graf Olaf, ein Schauspieler und schrecklicher, geldgieriger Mann, der den dreien das Leben schwer macht und das wohl auch noch in den folgenden zwölf Bänden der Reihe.

Meinung:
Die Erlebnisse der drei Baudelaire-Waisen werden von einem Erzähler, wahrscheinlich Lemony Snicket, berichtet, welcher den Leser während der Lektüre mehrfach warnt, dass man doch eine erfreulichere Geschichte lesen und dieses Buch beiseite legen sollte.

Es gibt auf dieser Welt vielerlei verschiedene Bücher. Das ist auch vernünftig, denn es gibt vielerlei verschiedene Menschen, und jeder will etwas anderes lesen. Leute, die zum Beispiel ungern Geschichten lesen, in denen kleinen Kindern schreckliche Dinge passieren, sollten dieses Buch sofort weglegen.

Beim selbstverständlichen Weiterlesen 😉 wird deutlich, dass Violet, Klaus und Sunny sehr clevere Kinder sind, denen meistens viel schneller als den Erwachsenen in ihrer Umgebung klar wird, dass sich Unheil anbat. Und das geschieht am laufenden Band. Graf Olaf malträtiert die drei mit schrecklichen Hausarbeiten, während er den ganzen Tag weg ist. Sein wahrer Plan ist es jedoch an das Vermögen der Kinder zu kommen, was fortan zu seinem Lebensziel wird.
Nichtsdestotrotz handelt es sich nicht um ein trauriges Buch, denn die Art des Erzählers lockert die Geschichte  durch einen stetigen ironischen Unterton und einen zwinkenden Blickauf und lässt das Geschehen erträglich werden. Regelmäßige Worterklärungen durch den Erzähler stören zwar manchmal, hierbei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass dies eine Kinderbuchreihe ist. Die Illustrationen von Brett Helquist runden den Einstieg in die Reihe betrüblicher Ereignisse perfekt ab.

Fazit:
Wer sich zu erwachsen für Kinderbücher fühlt, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Allen anderen kann ich es nur empfehlen, mich haben die Baudelaire-Waisen mit ihren Eigenarten und schrecklichen Erlebnissen um den Finger gewickelt. Zum Glück sind noch Band 2, 3, 6, 7 und 9 auf meinem SuB. 😀

Lemony Snicket: Der schreckliche Anfang. Eine Reihe betrüblicher Ereignisse #1. Manhattan Bücher. Gebunden: 978-3442545797 (13,00€).

Urlaubs-SuB

In einer Woche geht es endlich in den ersten richtigen Urlaub seit vier oder fünf Jahren. Ich freue mich schon riesig auf zwei Wochen Kroatien und da wir mit dem Auto fahren, dürfte der Buchauswahl auch keine Grenze gesetzt sein. Theoretisch. 😉 Nicht jedoch mit meinem Freund, der hat sich darauf nicht eingelassen und nach harten Diskussionen, „darf“ ich jetzt 10 Bücher und nochmal zwei dünne + Kindle mitnehmen. Es ist ja nicht so, dass ich täglich ein Buch lese, aber auch im Urlaub möchte ich etwas Auswahl haben. Ich denke, da bin ich nicht die einzige. 😀 Nach gefühlt wochenlangem Zusammensuchen habe ich mich jetzt auch endlich entschieden und möchte das euch nicht vorenthalten. 😉 In letzter Zeit war es doch etwas zu ruhig hier!

Das ist meine Auswahl, ich bin gespannt, was ich tatsächlich lesen werden.

Falls ihr nicht alles erkennen könnt, hier noch einmal die Liste (von oben nach unten):

  • Der Kindle mit folgenden Büchern: John Green „Paper Towns“, Gemma Malley „The Declaration“, Michelle Raven „Vertraute Gefahr“ und „Rivers of London“ von Ben Aaronovitch wird Anfang September noch einziehen, falls es das SuB-Abbau Extrem Thema von Crini erlaubt. 😉
  • Oscar Wilde: The picture of Dorian Gray; im zweiten Versuch, beim ersten Mal fehlte mir die Muße.
  • Mark Haddon: Supergute Tage; wurde mir schon zigmal von meiner Mutter ans Herz gelegt, jetzt muss es mal mit. 🙂
  • Adrian McKinty: Der sichere Tod, klingt einfach schön fies
  • Paola Mastrocola: Ich dachte, ich wär ein Panther; keine Ahnung, warum ich das mal gekauft habe
  • Delphine de Vigan: No & ich; hab ich bisher nur gutes von gehört
  • Oliver Storz: Die Freidbadclique; möchte ich schon ewig lesen, vom Klappentext her könnte es ein Lieblingsbuch werden!
  • Oliver Bottini: Mord im Zeichen des Zen; Krimis sind immer urlaubstauglich
  • Alan Bradley: Flavia de Luce- Mord im Gurkenbeet
  • Felix Thijssen: Cleopatra; noch ein Krimi
  • Rita Falk: Winterkartoffelknödel; nachdem mir Verena hiervon sooo oft vorgeschwärmt hat, kommt der Krimi unpassenderweise mit den warmen Süden 😉
  • Mechthild Gläser: Stadt aus Trug und Schatten
  • Sadie Jones: Kleine Kriege

Habt ihr Tipps, welche Bücher ich unbedingt lesen muss?

Monthly Theme 12.7

Jeden Monat denkt sich Crini ein Thema aus, zu dem jeder, der möchte, 4 Bücher lesen sollte. Meine letzte Teilnahme ist schon etwas her und war auch nicht so erfolgreich. Aber diesen Monat könnte es endlich mal wieder was werden. 🙂

Die genauen Regeln findet ihr hier.

Das Thema im Juli ist:

Wir machen Urlaub!

Das passt zwar nicht ganz bei mir, da ich noch mitten im Semester stecke, nichtsdestotrotz möchte ich versuchen Bücher zu den folgenden Themen zu lesen.

  1. Der Reisepass = Ein Buch, das einen Namen im Titel hat  -> Nele & Paul von Michel Birbaek
  2. Das Reiseziel = ein Buch, dessen Handlungsort außerhalb des Heimatlands ist -> Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano
  3. Transportmittel = ein Buch mit einem Auto/Flugzeug/Fahrrad/… auf dem Cover -> Kalteis von Andrea Maria Schenkel ✓
  4. Gepäck = ein Buch, in dem es um eine Reise geht -> Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier

FAZIT: Drei gelesene Bücher zu vorgebenen Themen ist für mich schon ein voller Erfolg. Aber die Themen waren auch sehr gut interpretierbar bzw. flexibel. 😀 Wenn ich beim nächsten Mal noch ein Buch mehr und die ein oder andere Rezension dazu schaffe, bin ich rundum glücklich. 🙂

[Monatsfazit] Juni 2012

Eigentlich dachte ich, dass nach der Abgabe der Bachelorarbeit endlich mal auch ein bisschen Zeit für den Blog übrig bleibt. Leider habe ich mich getäuscht und somit ist hier immer noch nicht wirklich etwas zu lesen. 😦 Ich hoffe, ihr habt noch etwas Nachsicht mit mir. Aber bald endet zumindest schon einmal das Semester und ich muss mich nur noch um diverse Prüfungen und Hausarbeiten kümmern. 😛

Lesetechnisch war der Juni trotzdem nicht schlecht, auch wenn ich kaum Bücher von meinem SuB gelesen habe.

Gelesen:
19. Cassandra Clare: City of Bones (4)
20. Peter Stamm: Agnes (2,5)
21. Jutta Profijt: Kühlfach betreten verboten (3,5) // Nicht vom SuB
22. Rita Falk: Hannes (3,5) // Nicht vom SuB

Geschenkt:
1. Herman Koch: Angerichtet

Gelesene Bücher: 4, davon vom SuB: 2

Neue Bücher: 1, davon gelesen: 0

Gelesene Seiten Juni: 1162 Seiten

Insgesamt: 6436 von 20000 Seiten

SuB am Monatsbeginn/ Monatsende: 237/236 d.h. -1

Aktionen/Challenges:

  • “Back to the roots”-Challenge:  Wenn ich es noch schaffen würde Rezensionen zu den gelesenen Büchern zu schreiben, hätte ich vielleicht schon die Challenge geschafft. Auch diesen Monat habe ich wieder einen unbekannten Autor und eine bekannte Autorin gelsen. 🙂
  • SuB-Abbau extrem: Das Ziel war nicht mehr als 25 € auszugeben und gleichtzeitig den SuB mindestens um ein Buch zu reduzieren. Das Geld nicht für Bücher ausgeben hat sehr gut geklappt. Nichtdestotrotz wurde es am Ende noch knapp, da ich ein Buch geschenkt bekommen habe und zwei geliehene Bücher gelesen habe.

Langsam geht es mit der Lesezeit wieder bergauf und wenn ich im Juli 5 Bücher schaffe, habe ich meinen normalen Schnitt wieder erreicht. 🙂 Die Buchauswahl war auch recht passabel, von City of Bones brauche ich unbedingt den zweiten Teil, Jutta Profijt und ihr Pascha haben mich wieder zum Lachen gebracht, auch wenn nicht alles so gepasst hat im Buch und Hannes wollte ich auch immer mal lesen. Jetzt müsste nur noch der SuB etwas sinken und ich wäre überglücklich, aber zumindest geht es ja stetig berab.^^